Convenience bei Lebensmittelverpackungen

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Mehrwert gewünscht

Convenience bei Lebensmittelverpackungen - Mehrwert gewünscht | Michael Krainz| austropack | (c) OFI
Michael Krainz | (c) OFI

Der Trend zur Multifunktionalität macht auch vor Lebensmittelverpackungen nicht halt. Produktschutz und Qualitätssicherung sind zwar die zentralen Aufgaben einer Verpackung, gewünscht werden aber innovative Lösungen, die zusätzlich einen Mehrwert für Konsumentinnen und Konsumenten generieren. Sicher, einfach in der Handhabung und im Idealfall ökologisch will die Verpackung der Zukunft sein. 

TEXT: MICHAEL KRAINZ

Eine Verpackung hat viele Funktionen: Sie schützt den Inhalt, macht ihn länger haltbar, transport- und lagerfähig. Sie dient als Informationsträger für die Logistik und den Konsumenten und ist noch dazu bedeutender Werbebotschafter. Eigentlich übernimmt sie damit schon sehr viele Aufgaben, aber die Ansprüche steigen weiter. Damit ein Produkt wettbewerbsfähig bleibt, werden immer stärker Verpackungslösungen gewünscht, die neben all den genannten, klassischen Aufgaben rund um Schutz und Information, einen erweiterten Nutzen für den Kunden stiften. Die richtige Integration von kundenfreundlichem Zusatznutzen in die Verpackung steigert die Produktzufriedenheit und erweitert auch den Kundenkreis. In diesem Kontext hat sich in den letzten Jahren der Trend zu Convenience Verpackungen ausgeformt.

Convenience als neuer Trend

Gerade beim Einkauf von Lebensmitteln legen Österreicherinnen und Österreicher immer mehr Wert auf Convenience. Übersetzen lässt sich der englische Begriff mit dem Terminus „Bequemlichkeit“, und fasst unterschiedliche Entwicklungen im Einkaufs- und Essverhalten von Menschen zusammen. Auf Convenience bedacht zu sein, kann bedeuten mit Vorliebe zu Fertiggerichten oder lang haltbaren Produkten zu greifen, durch die sowohl die Zahl von Lebensmitteleinkäufen, als auch die Zeit, die für die Zubereitung aufgewendet wird, reduziert werden kann. Es kann aber auch bedeuten vermehrt Lieferdienste in Anspruch zu nehmen oder in Restaurants zu essen. Mit der steigenden Zahl von Convenience- Produkten tut sich auch ein großer, interessanter Markt für die Verpackungsbranche auf. Solche Produkte sind noch sehr jung und somit hinsichtlich ihrer Produktsicherheit, Haltbarkeit und Benutzerfreundlichkeit noch nicht so ausgereift, was ein enormes Entwicklungs- und Optimierungspotential bietet. 

Mehrwert der Verpackung

Convenience Aspekte müssen aber nicht nur das Nahrungsmittel direkt oder den Umgang damit meinen. Verstärkt setzt sich der Convenience Trend auch für die Verpackung selbst durch. Aber was bedeutet das – eine bequeme Verpackung? Kurz gefasst: Die Verpackung selbst bietet einen Mehrwert für den Konsumenten. Ein Aspekt kann das Öffnungserlebnis betreffen. Durch die richtig dosierte Öffnungskraft mit einer entsprechend großen Öffnungslasche, können nicht nur Erwachsene im Alter zwischen 20 und 50 Jahren die Verpackung leicht, also ohne Schere oder Messer, öffnen, sondern auch ältere und jüngere Generationen.

Ein anderer Aspekt kann sich auf die Möglichkeit der Wiederverschließbarkeit beziehen. International gibt es bereits viele marktübliche Convenience Verpackungen, die sich am österreichischen Markt allerdings nur bedingt durchgesetzt haben. Ein Beispiel wären Schlauchbeutel, die mit Schiebe- oder Gripverschlüssen anstatt mit Etikett, Klebeband oder Metallclip verschließbar sind, was deutlich zur Benutzerfreundlichkeit beiträgt – vor allem bei größeren Packungen mit Mehrfachentnahmen. Bei Tiefkühlprodukten oder Käse sind solche Lösungen auch in Österreich bereits vereinzelt im Einsatz. Wiederverschlussoptionen steigern die Produktaffinität durch die Möglichkeit von Mehrfachentnahmen und heben das Produkt vom Mitbewerb ab. Zudem wird durch die Mehrfachnutzung der Verpackung oder auch durch den Einsatz von getrennt zu öffnenden Kompartimenten in Verpackungen die Umwelt entlastet.

Neue Konzepte sind gefragt

Als Mitglied der ACR (Austrian Cooperative Research) ist dem OFI die enge Zusammenarbeit mit KMU besonders wichtig, bei der Umsetzung von Forschungsprojekten überlegt man daher genau, welche Fragen für die regionale Industrie gerade relevant sind. Gerade hat man das Projekt „Smart Packaging Solutions – kombinierter Einsatz von objektiven Produktvorteilen“ gestartet. In dem vom Land Oberösterreich geförderten Kooperationsprojekt werden sowohl auf Produkt-, als auch auf Kundengruppen abgestimmte innovative Lösungen ausgearbeitet, die einen entsprechenden Zusatznutzen bieten, dabei allerdings den Produktschutz und die bestehende Qualität nicht beeinträchtigen. Zusätzlich wird Wert darauf gelegt, dass die Lösungen möglichst ökologisch sind. Es werden Konzepte erarbeitet, die vor allem die Aspekte der einfachen Öffnung und der Wiederverschließbarkeit bei vorgesehener Mehrfachentnahme behandeln, und dabei auf Produktsicherheit und Packungsdichtheit von Produkten mit relativ hohen Haltbarkeiten Rücksicht nehmen. Die Lösungen sollen schließlich v.a. in Bereichen zum Einsatz kommen können, bei denen aktuell nur Festversiegelungen verwendet werden, die nur unter Einsatz einer Schere zu öffnen sind. Eine ökologische Alternative könnte bspw. der Einsatz von Papierkunststoffverbunden sein, welche im Idealfall mit dem Altpapier entsorgt werden können.

Von den Ergebnissen des Forschungsprojektes erwartet man sich praxisnahe Konzepte, die nicht nur von KMUs einfach angewandt werden können, sondern auch die Erwartungen moderner Konsumenten an Convenience erfüllen. Bequem, sicher und ökologisch – so werden die innovativen Verpackungslösungen der Zukunft sein.

Zum Projekt „Smart Packaging Solutions“

In dem gerade gestarteten Forschungsprojekt „Smart Packaging Solutions – kombinierter Einsatz von objektiven Produktvorteilen“ entwickelt das unabhängige Prüf- und Forschungsinstitut OFI in Kooperation mit dem Cluster Oberösterreich Konzepte für neuartige Convenience Verpackungen. Der Anspruch: Zusatznutzen für KonsumentInnen generieren, ohne Einbußen bei Qualität und Schutzfunktion – und das Ganze möglichst ökologisch.

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ÜBER DEN AUTOR

Michael Krainz

Michael Krainz

Michael Krainz ist Experte am OFI im Bereich Verpackung & Lebensmittel. Er untersucht die Wechselwirkungen zwischen Verpackung und Füllgut sowie die Permeation von Packstoffen.


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